Sonntag, 8. März 2009

Brandenburger Tor

Streckenplan Linie 11 
(Repro: Stadtarchiv Ennepetal)
Schon um 1860 gab es Überlegungen, die alte Hansestadt Breckerfeld mit einer Eisenbahn zu erschließen. Der Eisenbahnbau war an der Breckerfelder Hochebene vorbeigegangen und konzentrierte sich zunächst auf die Täler von Ennepe, Lenne und Volme. 1892 begann die Planung einer Schmalspurbahn durch das Hasperbachtal nach Voerde. Mit Gründung der "Kleinbahn Voerde-Haspe Ges.m.b.H." im Jahre 1901 nahmen die Eisenbahnpläne Gestalt an.

Eine wechselvolle Geschichte hatte die Kleinbahn Haspe-Voerde-Breckerfeld nach der Eröffnung am 1. Mai 1903 hinter sich. 1927 kam es zur Neugründung der "Hagener Vorortbahn GmbH" und Elektrifizierung der Strecke.

Seit dieser Zeit fuhren auf der Linie 11 Triebwagen, Beiwagen und Vierachsige Großraumwagen (u.a.) der Fa. DÜWAG. In dieser kleinen Serie möchte ich Euch auf die Reise mitnehmen und einige Vergleichsaufnahmen der Linie 11 von Hagen-Haspe bis Breckerfeld zeigen.

 

 

Eine sehr markante Unterführung unter die BME-Strecke, im Volksmund "Brandenburger Tor" genannt. Das Aussehen der Brücke war sehr Charakteristisch, aber der Name "Brandenburger Tor" stammt vom einer beliebten Gaststätte die in der unmittelbaren Nähe der Bahnüberführung stand und bis in die 60ger Jahre regelmäßig zum Schichtwechsel von den Hütten-Leuten frequentiert wurde. Ein Andreas-Export gabt´s damals für 23 Pfennige und ein Pilsken von Andreas gab´s für 25 Pfennige.



Zur Jahreswende 1979/80 wurde die Unterführung unter der BME-Strecke 
erneuert und gleichzeitig erweitert (Foto: W.Heise) 
 

Warum das ganze kann man sich gut vorstellen, da durch dieses Nadelöhr der Fahrzeugverkehr und früher auch die Linie 11 durch mussten.



Breiter, schöner (?) auf jedenfall bunter, die Situation 2008. 
Natürlich ohne Gleise im Strassenplanum
 



Ganz in der Nähe war der frühere Bahnhof Haspe. Von der Voerder Strasse bog die ehem. Kleinbahnlinie (Vorläufer der Linie 11) über die Dammstrasse in die Kleinbahnstrasse und unterquerte hier die Bergisch-Märkische Bahnlinie. Seit dem 1.5.1903 verkehrte die meterspurige dampfbetriebene Kleinbahn erst zwischen Haspe und Voerde, 1907 wurde sie nach Breckerfeld verlängert. Ab November 1904 war der Anschluss zum Bahnhof in Haspe an der BME befahrbar. Dort waren Rollbockgruben, wo die Reichsbahnwagen mit größerer Spur auf Rollbockwagen aufgebockt wurden, um ohne lästiges Umladen ins Voerder Tal befördert zu werden. 


Unterführung an der Kleinbahnstr. mit Dampflok und ehem. 
Bahnhofsgebäude Haspe um 1910 (Stadtarchiv Ennepetal) 

 
 

Das Bahnhofsgebäude wurde später abgerissen und auf der anderen Gleisseite neu gebaut. Gut zu erkennen ist die unbefestigte Strasse, Karrenspuren sind zu sehen. Alles im allen eine schmutzige Angelegenheit, für Fussgänger. 



Hier die Situation 2008
 
 
An der Brücke finden derzeit Umbauarbeiten statt, die Stahlabstützung wurde gegen einen Betonsockel getauscht. Die Kleinbahnstrasse hat ab der Brücke noch den ursprünglichen Fahrbahnbelag aus den 50er Jahren, Kopfsteinpflaster. 



Der Blick unter die Brücke mit der umfangreichen Abstützung
 
 
Hier ist die Betonabstützung entstanden, die Stahlkonstruktion steht demontiert an der Strasse.



Brueckenumbau 24.05.2009
(Fotos: R.Moll)



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Repro meines Beitrages aus dem Historischen Forum bei drehscheibe-online.de 

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